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Mehr zum Mittagstisch finden Sie hier:

Neues Projekt: Mittagstisch

Erste Erfahrungen...
... konnte unsere Gemeinde zwischenzeitlich mit dem "Mittagstisch für Wohnsitzlose und andere Arme" sammeln.

Ich weiß nicht, ob Sie am 04.12. bei der Gemeindeversammlung anwesend waren. Ich war dort und hörte mit Erstaunen, dass sich unsere Gemeinde am 27.01.2006 erstmalig an der Aktion "Mittagstisch" beteiligen wollte/sollte. Ich vernahm weiter, dass man sich dazu gemeinsam mit den Eingeladenen zum Essen an einen Tisch setzen sollte und dass es ferner noch finanzieller und tatkräftiger Unterstützung bedürfe und Interessierte sich melden sollten.

Mein Kopfkino spulte spontan einen Film ab, der alle negativen Klischees und Vorurteile enthielt, die man alltäglich mit dem Begriff ‚Wohnsitzlose' verbindet.

Ich gestehe, dass ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen konnte, neben einem solchen sozialen Außenseiter zu sitzen, geschweige denn, mich mit ihm zu unterhalten oder gar zu essen. Meine Gedanken waren so blockiert, dass mir die "anderen Armen" wirklich erst im zweiten Denkanlauf in den Sinn kamen.

Neugierig begann ich jedoch damit, Informationen einzuholen:

Den Anstoß für das Vorhaben gab die Pfarrer- Landvogt- Hilfe. Es war von Anfang an als ökumenische Unternehmung gedacht, welche aber zunächst nur als Projekt des Seelsorgerates der katholischen Innenstadtgemeinden umgesetzt wurde. Im wöchentlichen Wechsel sollte der "Mittagstisch" jeweils freitags in einer anderen Gemeinde angeboten werden. Begonnen wurde die Aktion im Sommer 2005 in St. Peter. Die Gemeinden St. Stephan/St. Ignaz und Dompfarrei/St. Quintin folgten. Somit waren drei Freitage abgedeckt. Der vierte Freitag sollte nun von einer evangelischen Ge-meinde übernommen werden und die Altmünstergemeinde hatte der angetragenen Bitte entsprochen und zugesagt.

Die Konzeption des "Mittagstisches" stellt nicht etwa eine simple Essensausgabe in den Mittelpunkt, sondern vielmehr das Geschenk der Gastfreundschaft. Gastgeber und Gäste sitzen gemeinsam am gedeckten Tisch, essen und unterhalten sich und teilen ihre Zeit miteinander. Das Projekt finanziert sich in erster Linie durch Spenden.

Auch andere Gemeindemitglieder und der Kirchenvorstand machten sich zwischenzeitlich so ihre Gedanken und man begann sich auszutauschen - und schon steckten wir plötzlich mitten in der Planung des ersten "Mittagstisches".

Fragen taten sich auf (z. B. Gästeanzahl, Kosten, Zeitaufwand,...), für die wir zunächst keine Antworten fanden. Schließlich kontaktierten wir unsere katholische Nachbargemeinde St. Stephan. Dort er-hielten wir bereitwillig Auskunft, zusätzliche Tipps, Hinweise zu vermeidbaren Anfangsfehlern und die Einladung, uns eine eigene Meinung durch persönliche Teilnahme am dortigen Mittagstisch zu bil-den. Letzteres tat ich dann auch in Begleitung unseres Pfarrers. Ganz im Gegensatz zu diesem, der einen sorglosen, erwartungsvollen Optimismus ausstrahlte - eine beneidenswerte Eigenschaft vieler Vertreter seiner Berufsgruppe -, hatte ich große Probleme, meine Vorurteile loszulassen und war eher zweifelnd eingestellt.

Ich mache es kurz: Unser Besuch in St. Stephan wischte meine sämtlichen Vorbehalte weg und ich entschloss mich überzeugt und endgültig zur Mithilfe beim "Mittagstisch".

Am 23. Januar trafen sich schließlich 8 Hilfswillige zur "Projektbesprechung" im kleinen Gemeindesaal. Das Menü (Linseneintopf mit Wurst und Brot, Orangencreme-Dessert, Kuchen) wurde festgelegt, eine Einkaufsliste erstellt und die zugehörigen Aufgaben definitiv verteilt: Einkäufer, Koch, Dessertköchin, Kuchenbäckerin; die restlichen Helfer teilten sich Tischdeko, Empfang, Bedienung, Tischgespräch und Spüldienst.

Am 27.1. wurde zunächst der Gemeindesaal vorbereitet. Ich denke, unsere Tischdeko hatte durchaus Restaurantkategorie - orangegelbe Stofftischdecken, farblich passende Papierservietten, Blumenge-stecke und eingedeckte Teller, Bestecke und Gläser.

Ab 12.00 Uhr stand das Dessert kühl, die Linsensuppe dampfte im Wärmebehälter, die Würste wurden fachmännisch beaufsichtigt, Kaffee und Tee waren aufgebrüht, Apfelsaft und Mineralwasser waren bereitgestellt, der Kuchen aufgeschnitten.

Insgesamt fanden 19 Gäste den Weg zu uns. Wir lagen damit voll im Schnitt der anderen Gemeinden, aber auch über unseren eigenen Erwartungen.

Die Atmosphäre war gelöst, entspannt und sehr unterhaltsam. Die Gäste überraschten uns mit einer angenehm zwanglosen Offenheit, unkompliziertem Verhalten und einer fast beschämenden Dankbarkeit. Ich selbst erlebte eine Tischrunde, die ich nicht missen möchte. Ich erfuhr, wie der 1-Euro-Job als sog. Mobilitätshelfer bei den Verkehrsbetrieben funktioniert und konnte bei mancher Anekdote schmunzeln, die der "Professor" und der "Doktor" aus gemeinsamen Erlebnissen ihres reichhaltigen Reiserepertoires zum besten gaben. Ich erfuhr von einer Art Ehrenkodex der Wohnsitzlosen und dass sie selbst sehr stark unterscheiden, ob jemand ‚nur' obdachlos oder alkoholabhängig- obdachlos oder drogenabhängig- obdachlos ist. Ich lernte Menschen mit einer selbstverständlichen, aufrichtigen Ehrlichkeit kennen, wie ich sie sonst in meinem direkten Umfeld selten erlebe.

Die abschließenden Dankesworte des anwesenden Vertreters der Pfarrer- Landvogt- Hilfe, Herrn Goetz, verbunden mit der Hoffnung auf regelmäßige Wiederholungen eines Mittagstisches in Altmün-ster, wirkten so fast unbedeutend.

Nachdem auch die letzten Gäste uns dankend und mit dem Versprechen, am 24. Februar wiederkommen zu wollen, verlassen hatten, räumten wir auf und konnten gegen 14:30 Uhr ebenfalls nach Hause gehen.

Ich war zwar müde, aber gleichzeitig zufrieden und motiviert.

Ich bin auf jeden Fall beim nächsten "Mittagstisch" wieder dabei.

Und Sie???

Ilse Anschütz-Miczek

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