Willkommen auf der Homepage der Ev.Altmünstergemeinde Mainz

Vom Kloster zur ersten Evangelischen Gemeinde in Mainz

   1. Gründung und Gründerin
   2. Position der Klosteranlage bis zum Frühbarock
   3. Barockbau am heutigen Standort
   4. Säkularisierung für die Universität
   5. Die evangelische Gemeinde Mainz
   6. Die Kirche als Militärlazarett
   7. Klosterabriss und Garnisonskirche
   8. Johanna von Orleans geweiht
   9. Dritte evangelische Stadtkirche
10. Im Dritten Reich
11. Zerstörung im Zweiten Weltkrieg
12. Wiederaufbau
13. Kindergarten und Gemeindesaal
14. Die Altmünsterkirche in ihrer jetzigen Gestalt

Zur Geschichte vgl. auch das Ökumenische Heiligenlexikon
oder die Dissertation von Brigitte Flug

1. Gründung und Gründerin
Das ab dem frühen Mittelalter "Altmünster" genannte, vorher gelegentlich als Hohenmünster oder Hagenmünster bezeichnete Kloster, soll der teils legendarischen Überlieferung nach zwischen 691 und 694 von der aus Veitshöchheim bei Würzburg stammenden "Bilehilt", der Nichte des damaligen Bischofs Rigibert und nachmaligen Mainzer Lokalheiligen Bilhildis als kleines Konvent für Frauen gegründet worden sein. Erstmals wird es urkundlich 818/19 erwähnt.

2. Position der Klosteranlage bis zum Frühbarock
Erbaut war die Anlage auf dem Gebiet zwischen der heutigen Bahnhofs- und Münsterstraße, der Bilhildis- und Alicenstraße. Die Kirche war ursprünglich der Maria geweiht, das Kloster folgte wahrscheinlich den Benediktinerregeln. Unter Erzbischof Siegfried III von Eppstein nahm das Kloster 1242 die Zisterzenserregeln an. Auf Betreiben des Kurfürsten Johann Philipp von Schönborn wurden die Nonnen 1656 gezwungen ihr Kloster zu verlassen und ca. 100 Meter weiter südlich in den eigenen Weinbergen neu zu erbauen. Das Kloster war nämlich den geplanten, neu zu errichteten Schanz- und Verteidigungsanlagen im Weg und mußte - wie auch St. Peter - umstandslos weichen.

3. Barockbau am heutigen Standort
In kurzer Zeit wird an heutiger Stelle die Kirche im Stil des Frühbarock durch den Kapuzinerpater Matthias von Saarburg und das Kloster durch den Kapuzinerpater Archangelus aus Trier errichtet und 1662 bezogen. Die ohne ausgeschiedenen Chor mit zwei östlichen Fassadentürmen nach Westen ausgerichtete sechsjochige Saalkirche war ursprünglich reich ausgestattet. Bis auf wenige verstreute Reste ist alles verloren. Wichtigste Reliquie war das jeweils am Ostermontag gezeigte Schweißtuch Christi, das sich heute im Dom befindet.

4. Säkularisierung für die Universität
Auf Betreiben von Kurfürst Friedrich Carl Joseph von Ertahl werden 1781 mit Erlaubnis des Papstes Kloster säkularisiert und samt umfangreichem Vermögen wie die gleichfalls enteigneten Klöster Reichklara und Karthaus dem neu gegründeten Universitätsfond zugeschlagen. Die ursprünglich weiter für den Gottesdienst bestimmte Kirche wurde 1785 exekriert und als Bibliotheksgebäude bestimmt. Dies unterblieb. Bis 1793 wurden jedoch auf dem Klostergelände u.a. ein theaterförmig ausgerichtetes Chemisches Laboratorium, die Anatomie und eine Entbindungsanstalt eingerichtet. 1793 wurden die infolge der französischen Bombardierung ihres Klosters heimatlos gewordenen Jakobsberger Benediktiner durch den Kurfürsten zwangsweise, ungeachtet des Protestes der Universität in der Kirche und einigen Teilen des Klosters einquartiert.

5. Die evangelische Gemeinde Mainz

Auf Anordnung des französischen Präfekten wurden die Jakobsberger Benediktiner am 27.4.1802 wieder ausquartiert und am 2. Mai 1802 Kirche und Teile des Klosters der an diesem Tag neu gegründeten Unierten Evangelischen Gemeinde in Mainz zur Benutzung überlassen. Die Gemeinde wählte sich 7.11.1802 den als Gastprediger eingeladenen Pfarrvikar Friedrich Christian Nonweiler, der 3.12.1802 in den als Amtswohnung bestimmten Räumlichkeiten des Klosters einzog und von da an bis zwei Jahre vor seinem Tod 1850 Pfarrer und nachmaliger rheinhessischer Superintendent in Mainz war.

6. Die Kirche als Militärlazarett
Auf Befehl Napoleons mußten die Protestanten die Klosterräume jedoch am 2.5.1805, die Kirche am 13.1.1808 wieder räumen. Man bezog die viel zu kleine Welschnonnenkirche, die auf Beschluß des Bundestages vom 22.2.1827 gegen die seit 1793 als Militärdepot benutzte Johanniskirche eingetauscht und am 7.11.1830 in Gebrauch genommen werden konnte. Das nun der französischen Militärverwaltung unterstellte Altmünsterkloster wurde 1806 wieder Entbindungsanstalt, ab 1808 Militärlazarett. Nachdem Mainz 1816 zur Bundesfestung unter preußischer und österreichischer Verwaltung bestimmt wurde, wurden Kloster und Kirche ab ca. 1820 bis 1892 weiter als Militärlazarett genutzt.

7. Klosterabriß und Garnisonskirche
Nach dem Abbruch des baufällig gewordenen Klosters und umfangreichen Umbaumaßnahmen an der Kirche und wurde diese am 17.3.1895 durch den "Hofprediger, Consistorialrath und Militär-Oberpfarrer" D. Emil Frommel zur Stätte für den evangelischen Garnisonsgottesdienst geweiht.

8. Johanna von Orleans geweiht
Nach dem Zusammenbruch des Kaiserreiches und dem Einzug der französischen Besatzung wurde die Kirche 1919 zur katholischen, französischen Garnisonskirche bestimmt und der Jeanne D'Arc geweiht. 1922 wurde für die an der Kirche amtierenden Priester das heute noch bestehende Pfarrhaus an der Nordseite der Kirche errichtet.

9. Dritte evangelische Stadtkirche
Am 29.9.1929 wurde die Kirche durch die Mainzer Evangelische Gemeinde vom Reichsfiskus für 88.000 RM erworben und nach dem Johannis- und der Christuskirche als dritte Mainzer Stadtkirche bestimmt. Nach der Räumung der Kirche durch die Franzosen im Mai 1930 und umfangreichen Renovierungsarbeiten wurde der erste evangelische Gottesdienst am 10.5.1931 gefeiert.

10. Im Dritten Reich
Mit ihrem ersten Pfarrer und nachherigem Mainzer Dekan Karl Job (1931-1956) entfaltete die Gemeinde bald eine rege Lebendigkeit, in der insbesondere die Kirchenmusik eine wichtige Rolle spielte. Durch Jobs persönlichen Affinitäten zu den Deutschen Christen wurde das auf dem Kirchengelände gelegene Wartburgheim bald zu einem Zentrum dieser "Glaubensbewegung". Am 21.6.1936 wurde die Kirche zusätzlich und wiederum zur Mainzer Garnisonskirche geweiht, wobei die danach in unregelmäßigen Abständen gefeierten Militärgottesdienste gelegentlich mit den normalen Gemeindeveranstaltungen kollidierten und diese teilweise verdrängten. 1939 wurde der Innenraum der Kirche teilweise ausgemalt.

11. Zerstörung im Zweiten Weltkrieg
Während des Krieges wurde die Kirche am 21.9.1944 bombardiert und brannte völlig aus. Ab November 1944 wurde in der ehemaligen Sakristei der französischen Garnisonskirche, der "Notkapelle", Gottesdienst gefeiert. Nach der Zerstörung des Wartburgheimes und schwerer Beschädigungen am Pfarrhaus in der verheerenden Mainzer Bombennacht am 27.2.1945 kam das Gemeindeleben völlig zum Erliegen.

12. Wiederaufbau
Ab dem 7.4.1946 wird in der Notkapelle wieder Gottesdienst gefeiert, während im teilweise renovierten Pfarrhaus ein Saal für Gemeindeveranstaltungen hergerichtet wird. In zahlreichen Sammelaktionen wird Geld zur Kirchenrenovierung zusammengetragen. Doch die im Mai 1948 unter Leitung des Architekturbüros Bitz begonnene Sanierung mußte aufgrund der durch die Währungsreform bedingten Vernichtung des Kapitals bald wieder abgebrochen werden. Nach vielen Unterbrechung konnte erst im April 1951 ein Notdach über der Kirche errichtet und durch die Einziehung einer Zwischendecken in der Kirche im Erdgeschoß Räumlichkeiten für Gemeindeaufgaben gewonnen werden.

13. Kindergarten und Gemeindesaal
Am 2.5.1952 feierte man in der noch im Rohbau befindlichen Kirche den 150-jährigen Jubiläumsgottesdienst. Im November 1952 zog der Kindergarten in die unterhalb der Kirche gewonnenen Räumlichkeiten ein, während am 30.11.1952 durch Kirchenpräsident Niemöller der Gemeindesaal als vorläufige Gottesdienststätte geweiht wurde.

14. Die Altmünsterkirche in ihrer jetzigen Gestalt
Der letzte Gottesdienst wurde hier am 9.11.1958 gefeiert. Danach wurde die Kirche durch Baurat Otto Vogel einer grundlegenden Neugestaltung im Stile der fünfziger Jahre unterworfen. Neben der Entfernung der noch erhaltenen Bauverzierung an der Ostfassade, dem Abbruch des der Spätrenaissance entstammenden Portals, der grundlegenden Umgestaltung der Türme und der Verkleinerung der Fenster bedeutete insbesondere die Neuausrichtung der Kirche nach Osten und der Verlegung des Haupteinganges nach Westen zur Walpodenstraße eine grundlegende Neuorientierung. Die Kirche wird am 7.2.1960 zusammen mit dem neuen Pfarrer Egon Rühl (1956-1973) erneut geweiht und seither in dieser Gestalt als Gottesdienststätte der Altmünstergemeinde genutzt.


Texte: Pfr. Dr. Martin Schulz-Rauch



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